Spetzlistich, Rosenkranz und Bärenzahn: die Dauerausstellung


Das Museum Appenzell widmet sich der ländlichen, katholisch geprägten Kulturgeschichte des Kantons Appenzell Innerrhoden. Im Zentrum stehen Themen der Volkskunde und der populären Alltagskultur. Dazu gehören die einst weltberühmte Appenzeller Handstickerei ebenso wie die Bauern- und Möbelmalerei, die Geschichte des Tourismus oder die Volksfrömmigkeit.

Rebretter, 19. Jahrhundert und Versehkästchen, 20. Jahrhundert

Das Museum Appenzell widmet sich der ländlichen, katholisch geprägten Kulturgeschichte des Kantons Appenzell Innerrhoden. Im Zentrum stehen Themen der Volkskunde und der populären Alltagskultur. Dazu gehören die einst weltberühmte Appenzeller Handstickerei ebenso wie die Bauern- und Möbelmalerei, die Geschichte des Tourismus oder die Volksfrömmigkeit.

Hier ist es schön

Mit der Entdeckung der Alpen zur Zeit der Aufklärung erkundeten die ersten Reisenden den Alpstein. Schon um 1800 wurde im Äscher gewirtet. 1846 entstand das erste Gasthaus auf dem Säntis. Mit den Molkenkuren ab 1850 setzte ein eigentlicher Gäste-Boom ein. Neben dem Dorf Appenzell, dem Weissbad und Gontenbad wurden in erster Linie das Wildkirchli, die Ebenalp und die idyllischen Bergseen besucht. Unter den Gästen waren zahlreiche Kunstschaffende und später Fotografen, die mit einer wahren Flut von Bildern, Ansichtskarten und Reiseberichten den Ruhm der Gegend in die Welt hinaustrugen.

Platten, höhlen, spetzle

Die Handstickerei prägte das Leben in Appenzell Innerrhoden nachhaltig. Bis zum Ersten Weltkrieg waren über fünfzig Prozent der Frauen erwerbstätig, die meisten als Stickerinnen. Die Frauenarbeit war eine wirtschaftliche Notwendigkeit und sicherte das Überleben zahlloser Innerrhoder Familien. In Heimarbeit bestickten Frauen wie auch Mädchen Taschentücher, Kragen, Tisch- und Bettwäsche mit allerfeinsten Stichen. Die Kostbarkeiten eroberten bald den Weltmarkt. Grösste Abnehmer waren die Pariser Modehäuser.  

Fein gearbeitet

Schellenriemen, Hundehalsbänder oder Hosenträger mit fein ziselierten Messingbeschlägen sowie hölzerne Milchgefässe mit kunstvollen Ornamentschnitzereien waren Ausdruck eines ausgeprägten Standesbewusstseins der Sennen im 19. Jahrhundert. Zum traditionellen Kunsthandwerk zählen weiter Schmuck aus Menschenhaar sowie filigrane Silber- und Goldschmiedearbeiten für Trachten.

Farbiges Appenzell

Bunte Bilderfülle und faszinierende Motivwelten - die Appenzeller Bauern- und Möbelmalerei ist innerhalb der alpenländischen Volkskunst in ihrer Art einzigartig. Den Höhepunkt erlebte diese Kunst im 19. Jahrhundert. Sennenstreifen, Fahreimerbödeli und die Tafelmalerei haben sich in der Folge zu einem eigentlichen Erkennungszeichen für die Region rund um den Säntis entwickelt. Neben der Bauern- und Möbelmalerei haben Künstlerpersönlichkeiten wie Carl August Liner (1871–1946) oder Johannes Hugentobler (1897–1955) das farbenfrohe Bild des Kantons mitgeprägt. 

Blickfang Tracht

Die Innerrhoder Trachten sind handwerkliche Meisterwerke, bei denen jedes Detail stimmt. Die Festtagstrachten beeindrucken mit ihren filigranen Schlottenkragen, den prächtigen Brüechli und dem ringsum blitzenden Silberschmuck. Im aufblühenden Tourismus waren Frauen in schmucken Barärmeltrachten ein Blickfang. Dem Zeitgeist entsprechend passten sie das besondere Kleid immer wieder der Mode an. 

Schutz, Heil, Segen

Gegenstände und Bilder des Glaubens nehmen in jeder Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Sie machen religiöse Inhalte auf sinnliche Weise sichtbar und erlebbar. Im katholisch geprägten Appenzell Innerrhoden wurden sie im Alltag auf vielfältigste Weise genutzt. Sakrale Objekte sorgten für Schutz, Heil und Segen. Dinge des Glaubens erinnerten an wichtige Ereignisse im Lebenslauf wie Taufe, Hochzeit und Tod. Sie dienten der häuslichen Andacht und Erbauung und waren materielle Zeugen für gelebte Frömmigkeit. Gleichzeitig waren religiöse Objekte immer auch dekorativer Hausschmuck. 

Hier ist es schön

Mit der Entdeckung der Alpen zur Zeit der Aufklärung erkundeten die ersten Reisenden den Alpstein. Schon um 1800 wurde im Äscher gewirtet. 1846 entstand das erste Gasthaus auf dem Säntis. Mit den Molkenkuren ab 1850 setzte ein eigentlicher Gäste-Boom ein. Neben dem Dorf Appenzell, dem Weissbad und Gontenbad wurden in erster Linie das Wildkirchli, die Ebenalp und die idyllischen Bergseen besucht. Unter den Gästen waren zahlreiche Kunstschaffende und später Fotografen, die mit einer wahren Flut von Bildern, Ansichtskarten und Reiseberichten den Ruhm der Gegend in die Welt hinaustrugen.

Platten, höhlen, spetzle

Die Handstickerei prägte das Leben in Appenzell Innerrhoden nachhaltig. Bis zum Ersten Weltkrieg waren über fünfzig Prozent der Frauen erwerbstätig, die meisten als Stickerinnen. Die Frauenarbeit war eine wirtschaftliche Notwendigkeit und sicherte das Überleben zahlloser Innerrhoder Familien. In Heimarbeit bestickten Frauen wie auch Mädchen Taschentücher, Kragen, Tisch- und Bettwäsche mit allerfeinsten Stichen. Die Kostbarkeiten eroberten bald den Weltmarkt. Grösste Abnehmer waren die Pariser Modehäuser.  

Fein gearbeitet

Schellenriemen, Hundehalsbänder oder Hosenträger mit fein ziselierten Messingbeschlägen sowie hölzerne Milchgefässe mit kunstvollen Ornamentschnitzereien waren Ausdruck eines ausgeprägten Standesbewusstseins der Sennen im 19. Jahrhundert. Zum traditionellen Kunsthandwerk zählen weiter Schmuck aus Menschenhaar sowie filigrane Silber- und Goldschmiedearbeiten für Trachten.

Farbiges Appenzell

Bunte Bilderfülle und faszinierende Motivwelten - die Appenzeller Bauern- und Möbelmalerei ist innerhalb der alpenländischen Volkskunst in ihrer Art einzigartig. Den Höhepunkt erlebte diese Kunst im 19. Jahrhundert. Sennenstreifen, Fahreimerbödeli und die Tafelmalerei haben sich in der Folge zu einem eigentlichen Erkennungszeichen für die Region rund um den Säntis entwickelt. Neben der Bauern- und Möbelmalerei haben Künstlerpersönlichkeiten wie Carl August Liner (1871–1946) oder Johannes Hugentobler (1897–1955) das farbenfrohe Bild des Kantons mitgeprägt. 

Blickfang Tracht

Die Innerrhoder Trachten sind handwerkliche Meisterwerke, bei denen jedes Detail stimmt. Die Festtagstrachten beeindrucken mit ihren filigranen Schlottenkragen, den prächtigen Brüechli und dem ringsum blitzenden Silberschmuck. Im aufblühenden Tourismus waren Frauen in schmucken Barärmeltrachten ein Blickfang. Dem Zeitgeist entsprechend passten sie das besondere Kleid immer wieder der Mode an. 

Schutz, Heil, Segen

Gegenstände und Bilder des Glaubens nehmen in jeder Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Sie machen religiöse Inhalte auf sinnliche Weise sichtbar und erlebbar. Im katholisch geprägten Appenzell Innerrhoden wurden sie im Alltag auf vielfältigste Weise genutzt. Sakrale Objekte sorgten für Schutz, Heil und Segen. Dinge des Glaubens erinnerten an wichtige Ereignisse im Lebenslauf wie Taufe, Hochzeit und Tod. Sie dienten der häuslichen Andacht und Erbauung und waren materielle Zeugen für gelebte Frömmigkeit. Gleichzeitig waren religiöse Objekte immer auch dekorativer Hausschmuck. 

Berggasthaus Äscher, Ansichtskarte, um 1910
Prachtstaschentuch, Appenzeller Handstickerei, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Schellenriemen, 1840
Malerei auf Schrank, 1828
Blick in die Ausstellung: Bilder von Franz Anton Haim (1830–1890) und Johann Jakob Heuscher (1843–1901)
Totenandenken für ein Kind, 1861
Landsgemeinde von Appenzell, um 1780
Blick in die Ausstellung: Schlafzimmer mit Möbeln und Bildern von Johannes Hugentobler (1897-1955)