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Die Appenzeller Ziege

16. Mai 2012 — 4. November 2012

Als strahlend weisse Flecken verschönern Appenzeller Ziegen die grüne Landschaft und bilden bei Alpfahrten – zusammen mit dem Gäsbueb und der Gäsmeedl – den schmucken Anfang. Dem Charme der zutraulichen und gewitzten Tiere ist nur schwer zu widerstehen. Ziegen haben einen quirligen und freundlichen Charakter, recken beim Vorbeigehen neugierig ihre Köpfe und können sehr anhänglich sein.

In Appenzell I.Rh. hatte die Ziege vor allem in der Blütezeit der Molkenkuren um 1850 eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. In der damaligen klein strukturierten Landwirtschaft hielten über 850 Ziegenhalter rund 5000 Ziegen. Heute sind noch 46 Ziegenbauern übrig geblieben, die zusammen rund 440 Ziegen halten. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die Appenzeller Ziege – sie gehört zu den zehn anerkannten Ziegenrassen in der Schweiz – heute als gefährdet eingestuft wird.

Der Grossteil der in Innerrhoden gehaltenen Ziegen verbringt heute den Sommer auf den Alpen. Verschiedene historische Ansichtskarten belegen, dass früher viele Familien so genannte Heimgeissen hielten, welche Milch für den täglichen Gebrauch lieferten. Damit diese nicht auf fremdes Territorium gelangen konnten, wurde ihnen ein Chaab umgebunden. Das eigentümliche Holzgestell hinderte – trotz imposanter Grösse – die Gäässe jedoch nicht daran, Umzäunungen geschickt zu überwinden. In der Ausstellung ist, neben den erwähnten Chaab, eine eindrückliche Sammlung von Gässchölleli (Ziegenglocken) zu bewundern. 

Der Ziegenmolke, die ab Mitte des 18. Jahrhunderts als Heilmittel angepriesen wurde, verdanken die Molkenkurorte Gais und Weissbad ihren damaligen Weltruhm. Die wertvolle Fracht wurde jeweils noch warm in Tansen aus dem Alpstein zu den Kurhäusern getragen. Der bekannteste Schottenträger war Josef Anton Inauen aus Brülisau (1722–1791), «Schottensepp» genannt. Auch im Ausland verkauften unternehmungsfreudige Innerrhoder Schöttler Ziegenmolke in eigenen Milchhallen oder lieferten sie an die Kur- und Badeorte.

Zur Verbesserung der Ziegenzucht wurde 1902 die Ziegenzuchtgenossenschaft Appenzell gegründet. Seit 1913 findet jedes Jahr am ersten Mittwoch im Oktober eine kantonale Ziegenschau auf dem Brauereiplatz (bis 1962 auf dem Landsgemeindeplatz) statt. Ein Film von Thomas Karrer gibt einen dokumentarischen Einblick in die letztjährige Ziegenschau. 

Die Appenzeller Ziege war und ist bis zum heutigen Tag ein beliebtes Sujet der bildenden Kunst, der Bauernmalerei, der Bauernschnitzerei, der Fotografie und des Films. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch dieses bildnerische Schaffen. Besondere Erwähnung verdienen die Ziegenbilder von Carl August Liner (1871–1946), die Fotos von Clemens Schildknecht aus den 1930er Jahren bzw. des zeitgenössischen Gaiser Fotografen Mäddel Fuchs. Eine grosse Zahl von geschnitzten und bemalten Ziegen von verschiedenen Schnitzern rundet die Ausstellung zusammen mit einem Film der chinesischen Filmemacherin Yu Hao ab. Yu Hao hat in den vergangenen Jahren immer wieder Impressionen von Appenzeller Ziegen auf Video festgehalten.

Die Ausstellung bietet auch für Kinder und Schulklassen ein attraktives Programm. Zahlreiche Themen rund um die Ziege sind spielerisch aufgearbeitet. Es gibt allerlei zu entdecken und zu erfahren.

Ausstellungsflyer

Knabe mit Appenzeller Chitzi, Foto: Marga Steinmann, um 1940
Blick in die Ausstellung: Ziegenschelle

Als strahlend weisse Flecken verschönern Appenzeller Ziegen die grüne Landschaft und bilden bei Alpfahrten – zusammen mit dem Gäsbueb und der Gäsmeedl – den schmucken Anfang. Dem Charme der zutraulichen und gewitzten Tiere ist nur schwer zu widerstehen. Ziegen haben einen quirligen und freundlichen Charakter, recken beim Vorbeigehen neugierig ihre Köpfe und können sehr anhänglich sein.

In Appenzell I.Rh. hatte die Ziege vor allem in der Blütezeit der Molkenkuren um 1850 eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. In der damaligen klein strukturierten Landwirtschaft hielten über 850 Ziegenhalter rund 5000 Ziegen. Heute sind noch 46 Ziegenbauern übrig geblieben, die zusammen rund 440 Ziegen halten. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die Appenzeller Ziege – sie gehört zu den zehn anerkannten Ziegenrassen in der Schweiz – heute als gefährdet eingestuft wird.

Der Grossteil der in Innerrhoden gehaltenen Ziegen verbringt heute den Sommer auf den Alpen. Verschiedene historische Ansichtskarten belegen, dass früher viele Familien so genannte Heimgeissen hielten, welche Milch für den täglichen Gebrauch lieferten. Damit diese nicht auf fremdes Territorium gelangen konnten, wurde ihnen ein Chaab umgebunden. Das eigentümliche Holzgestell hinderte – trotz imposanter Grösse – die Gäässe jedoch nicht daran, Umzäunungen geschickt zu überwinden. In der Ausstellung ist, neben den erwähnten Chaab, eine eindrückliche Sammlung von Gässchölleli (Ziegenglocken) zu bewundern. 

Der Ziegenmolke, die ab Mitte des 18. Jahrhunderts als Heilmittel angepriesen wurde, verdanken die Molkenkurorte Gais und Weissbad ihren damaligen Weltruhm. Die wertvolle Fracht wurde jeweils noch warm in Tansen aus dem Alpstein zu den Kurhäusern getragen. Der bekannteste Schottenträger war Josef Anton Inauen aus Brülisau (1722–1791), «Schottensepp» genannt. Auch im Ausland verkauften unternehmungsfreudige Innerrhoder Schöttler Ziegenmolke in eigenen Milchhallen oder lieferten sie an die Kur- und Badeorte.

Zur Verbesserung der Ziegenzucht wurde 1902 die Ziegenzuchtgenossenschaft Appenzell gegründet. Seit 1913 findet jedes Jahr am ersten Mittwoch im Oktober eine kantonale Ziegenschau auf dem Brauereiplatz (bis 1962 auf dem Landsgemeindeplatz) statt. Ein Film von Thomas Karrer gibt einen dokumentarischen Einblick in die letztjährige Ziegenschau. 

Die Appenzeller Ziege war und ist bis zum heutigen Tag ein beliebtes Sujet der bildenden Kunst, der Bauernmalerei, der Bauernschnitzerei, der Fotografie und des Films. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch dieses bildnerische Schaffen. Besondere Erwähnung verdienen die Ziegenbilder von Carl August Liner (1871–1946), die Fotos von Clemens Schildknecht aus den 1930er Jahren bzw. des zeitgenössischen Gaiser Fotografen Mäddel Fuchs. Eine grosse Zahl von geschnitzten und bemalten Ziegen von verschiedenen Schnitzern rundet die Ausstellung zusammen mit einem Film der chinesischen Filmemacherin Yu Hao ab. Yu Hao hat in den vergangenen Jahren immer wieder Impressionen von Appenzeller Ziegen auf Video festgehalten.

Die Ausstellung bietet auch für Kinder und Schulklassen ein attraktives Programm. Zahlreiche Themen rund um die Ziege sind spielerisch aufgearbeitet. Es gibt allerlei zu entdecken und zu erfahren.

Ausstellungsflyer

Bei den Ziegen auf der Fälenalp, Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung
Appenzeller Ziege mit Chaab, Foto: Clemens Schildknecht, um 1930
Ziegenhaltung auf der Innerrhoder Alp «Unterer Mesmer», Ansichtskarte, um 1920
Heimziegen mit Chaab vor Bauernhaus, Ansichtskarte, um 1890
Geschnitzte Ziege
Kinder mit Ziege in Chaab, Foto, um 1940
Ziegenschau auf dem Landsgemeindeplatz, Foto: Egon Müller, um 1920
Bastelbogen für Kinder