Limone pesce e melone

Miniaturen in italienischen Weihnachtskrippen

14. November 2015 — 6. März 2016

Ein strahlender Christbaum steht im Mittelpunkt unserer Weihnachten. In Italien hingegen ist die Krippe für das festliche Weihnachtsgeschehen von zentraler Bedeutung. Fast jede Familie hat zu Hause eine «presepe», die mit Hingabe aufgebaut, inszeniert und dekoriert wird. Eine italienische Krippe besteht nicht nur aus einem bescheidenen Stall, vielmehr sind italienische Krippen reich ausgeschmückte und bunte Szenarien. 

In nachgebildeten Landschaften - von der kargen Küstenregion bis zur tief verschneiten Alpenlandschaft - stehen dicht an dicht gedrängt Figuren, die so genannten «pastori», die in ihrer Vielfalt überraschen. Die eigentliche Krippenszene mit Maria, Josef und dem Jesuskind tritt dabei oft in den Hintergrund. Die Krippen beeindrucken vor allem mit detaillierten Marktständen und Szenen aus dem alltäglichen Leben: ein einladender Limonen- oder üppiger Fischstand, ein Fuhrwerk mit Brennholz oder heisse Marroni in der Pfanne, eine Hühnerzüchterin mit übervoller Eierkiste oder ein Bauer mit störrischem Esel.

Die Figuren werden hauptsächlich aus Ton gearbeitet und entweder mit Hilfe eines Models geformt oder frei aus der Hand gestaltet. Gemüse, Früchte oder Meerestiere sind präzise nachgebildet und sorgfältig gearbeitetes Zubehör wie geflochtene Körbe, Krüge oder Karren ergänzen die Figuren.

Die bedeutendsten Krippenregionen Italiens sind Kampanien mit Neapel als Zentrum und Apulien. In der verwinkelten Altstadt Neapels konzentriert sich der Handel auf die Via San Gregorio Armeno, bekannt als «Krippenstrasse». Hier wird neben handmodellierten Terracotta-Figuren bekannter Krippenkünstler und -künstlerinnen auch allerlei Günstiges und Kurioses aus Plastik angeboten. In Apulien finden sich mehrere Zentren mit einer langen Töpfertradition. Neben Gebrauchswaren bieten die Ateliers «pastori» in einem grossen Variantenreichtum an, die auf dem Weihnachtsmarkt in Lecce, dem regionalen Wochenmarkt oder direkt aus den Werkstätten verkauft werden.

Das Museum Appenzell zeigt einen Querschnitt durch die grosse Zahl der «presepe popolare italiano». Neben Beispielen aus den Städten Neapel und Lecce sind auch Figuren von Krippenmacherinnen und Krippenmachern abseits der grossen Zentren zu sehen. Die umfangreiche Sammlung wurde durch Robert und Cécile Hiltbrand aus Basel im Zeitraum von 1969 bis 1979 zusammengetragen, als sich noch mehr Ateliers als gegenwärtig mit der Anfertigung von populären Krippenfiguren und Krippenszenen befassten. Die Sammlung kam 2011 als Schenkung der Erben in den Besitz des Museums der Kulturen in Basel und wurde dort in einer Sonderausstellung gezeigt. Nun können die zauberhaften Miniaturen aus Italien im Museum Appenzell entdeckt und bewundert werden.

Ausstellungsflyer

Fischstand, Neapel, vor 1976 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)
Limonenverkäuferin, Neapel, 1979 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)

Ein strahlender Christbaum steht im Mittelpunkt unserer Weihnachten. In Italien hingegen ist die Krippe für das festliche Weihnachtsgeschehen von zentraler Bedeutung. Fast jede Familie hat zu Hause eine «presepe», die mit Hingabe aufgebaut, inszeniert und dekoriert wird. Eine italienische Krippe besteht nicht nur aus einem bescheidenen Stall, vielmehr sind italienische Krippen reich ausgeschmückte und bunte Szenarien. 

In nachgebildeten Landschaften - von der kargen Küstenregion bis zur tief verschneiten Alpenlandschaft - stehen dicht an dicht gedrängt Figuren, die so genannten «pastori», die in ihrer Vielfalt überraschen. Die eigentliche Krippenszene mit Maria, Josef und dem Jesuskind tritt dabei oft in den Hintergrund. Die Krippen beeindrucken vor allem mit detaillierten Marktständen und Szenen aus dem alltäglichen Leben: ein einladender Limonen- oder üppiger Fischstand, ein Fuhrwerk mit Brennholz oder heisse Marroni in der Pfanne, eine Hühnerzüchterin mit übervoller Eierkiste oder ein Bauer mit störrischem Esel.

Die Figuren werden hauptsächlich aus Ton gearbeitet und entweder mit Hilfe eines Models geformt oder frei aus der Hand gestaltet. Gemüse, Früchte oder Meerestiere sind präzise nachgebildet und sorgfältig gearbeitetes Zubehör wie geflochtene Körbe, Krüge oder Karren ergänzen die Figuren.

Die bedeutendsten Krippenregionen Italiens sind Kampanien mit Neapel als Zentrum und Apulien. In der verwinkelten Altstadt Neapels konzentriert sich der Handel auf die Via San Gregorio Armeno, bekannt als «Krippenstrasse». Hier wird neben handmodellierten Terracotta-Figuren bekannter Krippenkünstler und -künstlerinnen auch allerlei Günstiges und Kurioses aus Plastik angeboten. In Apulien finden sich mehrere Zentren mit einer langen Töpfertradition. Neben Gebrauchswaren bieten die Ateliers «pastori» in einem grossen Variantenreichtum an, die auf dem Weihnachtsmarkt in Lecce, dem regionalen Wochenmarkt oder direkt aus den Werkstätten verkauft werden.

Das Museum Appenzell zeigt einen Querschnitt durch die grosse Zahl der «presepe popolare italiano». Neben Beispielen aus den Städten Neapel und Lecce sind auch Figuren von Krippenmacherinnen und Krippenmachern abseits der grossen Zentren zu sehen. Die umfangreiche Sammlung wurde durch Robert und Cécile Hiltbrand aus Basel im Zeitraum von 1969 bis 1979 zusammengetragen, als sich noch mehr Ateliers als gegenwärtig mit der Anfertigung von populären Krippenfiguren und Krippenszenen befassten. Die Sammlung kam 2011 als Schenkung der Erben in den Besitz des Museums der Kulturen in Basel und wurde dort in einer Sonderausstellung gezeigt. Nun können die zauberhaften Miniaturen aus Italien im Museum Appenzell entdeckt und bewundert werden.

Ausstellungsflyer

Meersteinkrippe, Lecce, 1979 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)
Eierstand, Neapel, 1973 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)
Drei Könige, Ligurien, 1975 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)
Blick in die Ausstellung: Krippenlandschaft mit Ereignissen aus dem Leben Marias, aus Lecce, 1975
Musikant mit Hühnern, Lecce, 1975 (Sammlung Museum der Kulturen Basel)
Blick in die Ausstellung: Drei Könige auf Kamelen, Grottaglie, 1973