Neu in der Dauerausstellung

Ziertaschentücher aus dem 19. Jahrhundert

1. Mai 2019 — 31. Dezember 2022

Das Museum Appenzell zeigt zum ersten Mal seine wertvolle Sammlung von Ziertaschentüchern, welche alle in Appenzeller Handstickerei gearbeitet sind. Die ausgestellten Taschentücher zeigen eindrücklich, mit welcher Kunstfertigkeit und Präzision die Innerrhoder Stickerinnen arbeiteten. 

Die aufwändige Ausführung verlangte handwerkliches Können auf höchstem Niveau. In der Regel wurden deshalb die Stickarbeiten von mehreren Stickerinnen ausgeführt, die sich jeweils auf einen oder zwei Stiche spezialisiert hatten. Die Stickereizeichnungen und die mit Kohlenstaub bedruckten Taschentücher lassen erahnen, dass für das Lesen der Zeichnungen und deren Umsetzung detailliertes sticktechnisches Wissen und jahrelange Erfahrung nötig waren. 
Die prächtigen Taschentücher wurden ausschliesslich als Zierde oder zur Repräsentation verwendet. Nur eine kaufkräftige Kundschaft wie fürstliche Hoheiten, Diplomaten oder Industrielle konnte sich diese Luxusprodukte leisten. In den Stickereigeschäften im In- und Ausland wurden prachtvolle Musterbücher vorgelegt, aus denen aus einem umfangreichen Angebot ein Sujet ausgewählt werden konnte. Es gab auch Musterbücher mit einfacheren Zeichnungen für eine weniger begüterte Kundschaft.
Die meisten Ziertaschentücher entstanden im Zeitraum von 1850 bis 1880, wenige sind etwas später zu datieren. Als Grundgewebe wurde hauptsächlich Leinen verwendet, gestickt wurde mit einem sehr feinen Baumwollgarn. Sieben der ausgestellten Taschentücher sind auf Seide gearbeitet. Auf den Textilien finden sich allerfeinst ausgeführte Stiche wie Platt-, Knötchen-, Stiel-, Feston- und Leiterlistiche. Eine Besonderheit sind die vielfältigen Spitzenstiche und die Höhlarbeiten.
Zwei Taschentücher sind nur noch als Fragmente erhalten. Bei zwei weiteren Taschentüchern wurde der Mittelteil ersetzt und bei einem der beiden einzelne Stellen mit dichten Knötchenstichen geflickt. 

Ziertaschentuch (Ausschnitt), 2. Hälfte des 19. Jahrhundert
Stickereizeichnung aus einem Musterbuch, um 1870

Das Museum Appenzell zeigt zum ersten Mal seine wertvolle Sammlung von Ziertaschentüchern, welche alle in Appenzeller Handstickerei gearbeitet sind. Die ausgestellten Taschentücher zeigen eindrücklich, mit welcher Kunstfertigkeit und Präzision die Innerrhoder Stickerinnen arbeiteten. 

Die aufwändige Ausführung verlangte handwerkliches Können auf höchstem Niveau. In der Regel wurden deshalb die Stickarbeiten von mehreren Stickerinnen ausgeführt, die sich jeweils auf einen oder zwei Stiche spezialisiert hatten. Die Stickereizeichnungen und die mit Kohlenstaub bedruckten Taschentücher lassen erahnen, dass für das Lesen der Zeichnungen und deren Umsetzung detailliertes sticktechnisches Wissen und jahrelange Erfahrung nötig waren. 
Die prächtigen Taschentücher wurden ausschliesslich als Zierde oder zur Repräsentation verwendet. Nur eine kaufkräftige Kundschaft wie fürstliche Hoheiten, Diplomaten oder Industrielle konnte sich diese Luxusprodukte leisten. In den Stickereigeschäften im In- und Ausland wurden prachtvolle Musterbücher vorgelegt, aus denen aus einem umfangreichen Angebot ein Sujet ausgewählt werden konnte. Es gab auch Musterbücher mit einfacheren Zeichnungen für eine weniger begüterte Kundschaft.
Die meisten Ziertaschentücher entstanden im Zeitraum von 1850 bis 1880, wenige sind etwas später zu datieren. Als Grundgewebe wurde hauptsächlich Leinen verwendet, gestickt wurde mit einem sehr feinen Baumwollgarn. Sieben der ausgestellten Taschentücher sind auf Seide gearbeitet. Auf den Textilien finden sich allerfeinst ausgeführte Stiche wie Platt-, Knötchen-, Stiel-, Feston- und Leiterlistiche. Eine Besonderheit sind die vielfältigen Spitzenstiche und die Höhlarbeiten.
Zwei Taschentücher sind nur noch als Fragmente erhalten. Bei zwei weiteren Taschentüchern wurde der Mittelteil ersetzt und bei einem der beiden einzelne Stellen mit dichten Knötchenstichen geflickt. 

Handstickerinnen, um 1900
Ziertaschentuch, um 1870
Ziertaschentuch (Ausschnitt), um 1870
Stickereizeichnung aus einem Musterbuch, um 1870
Handstickerinnen, um 1910