Vechäufeliläde

Sammelstücke aus zwei Jahrhunderten

21. November 2013 — 11. Mai 2014

«Waa hetted si geen?» – «Taas sös no nebes see?» Wer kann sich nicht an die kurzweiligen Stunden des Spielens mit dem eigenen kleinen Laden erinnern? Zucker und Mehl aus Mutters Vorratsdosen in die Schublädli füllen, Franck Aroma, Maggi-Würze oder Ovomaltine-Büchslein in die Regale räumen, die verkaufte Ware in die dreieckigen Papiertütchen verpacken, die kleinen Münzen abzählen und stolz die Kasse mit einem blechernen Klingeln schliessen. Seit Generationen vergnügen sich Kinder beim Vechäufelispielen.

Der Kaufladen als Spielzeug ist eine junge Erscheinung. Neben klassischen Gemischtwarenläden entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts zahlreiche weitere Ladentypen wie Fleischereien, Apotheken, Modegeschäfte und Gewürzhandlungen. Spielzeugkaufläden waren naturgetreue, wenn auch geschönte Nachbildungen der realen Kaufläden. Zum Zentrum für deren Herstellung entwickelten sich Nürnberg und das Erzgebirge. Mit dem Einsetzen der industriellen Produktion konnten die Spielzeugläden standardisiert und preiswert in grosser Zahl hergestellt werden. Deutschland exportierte seine Kaufläden in alle Welt. 

Die reich ausgestatteten Spielzeugkaufläden konnten sich lange nur wohlhabende Familien leisten und sie wurden als besondere Attraktion oft nur zur Weihnachtszeit hervorgeholt. Mit den Kaufläden wurden vor allem in der bürgerlichen Gesellschaft auch erzieherische Absichten verfolgt. Ernsthaft und doch spielerisch sollten Knaben und Mädchen die Arbeitswelt der Erwachsenen erproben und dabei das Verkaufen und Einkaufen üben. Knaben wurden so auf die Berufswelt vorbereitet und Mädchen erlernten die Rolle der zukünftigen Hausfrau.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen Spielzeugfabriken Kaufläden mit bekannten Markenprodukten im Warensortiment zu vertreiben. Aufwändige und verführerische Verpackungen füllten die Regale. Schon früh hielt damit die Werbung Einzug ins Kinderzimmer. In der bunten Spielzeug-Warenwelt widerspiegelte sich nicht nur der jeweilige Zeitgeist, sondern auch die veränderten Konsumbedingungen. Seit den 1970er Jahren verdrängen Supermärkte und Kaufhäuser die Gemischtwarenläden. Auch in der Spielzeugwelt kamen die Kaufläden aus der Mode.

Die Sonderausstellung zeigt eine Auswahl von über 60 historischen Kaufläden, die meisten mit originalgetreuen Produkten und Zubehör reich ausgestattet. Sie spiegeln die Entwicklung dieses Spielzeugs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre.

Ermöglicht wurde die Sonderausstellung dank der grosszügigen Leihgabe der Sammlerin Frieda Wick aus Teufen. Mit grosser Sorgfalt und Leidenschaft sammelt sie nicht nur Kaufläden, sondern restauriert, pflegt und stattet sie auch aus.

In der Ausstellung gibt es nicht nur, aber vor allem auch für Kinder Vieles zu entdecken. In einer speziell für sie eingerichteten Ecke darf gemalt und gebastelt und selbstverständlich vechäufeled werden.

Ausstellungsflyer

Gemischtwarenladen, Moritz Gottschalk, 1914
Blick in die Ausstellung: Berkel-Waage aus der Käsehandlung Sonne, Steinegg

«Waa hetted si geen?» – «Taas sös no nebes see?» Wer kann sich nicht an die kurzweiligen Stunden des Spielens mit dem eigenen kleinen Laden erinnern? Zucker und Mehl aus Mutters Vorratsdosen in die Schublädli füllen, Franck Aroma, Maggi-Würze oder Ovomaltine-Büchslein in die Regale räumen, die verkaufte Ware in die dreieckigen Papiertütchen verpacken, die kleinen Münzen abzählen und stolz die Kasse mit einem blechernen Klingeln schliessen. Seit Generationen vergnügen sich Kinder beim Vechäufelispielen.

Der Kaufladen als Spielzeug ist eine junge Erscheinung. Neben klassischen Gemischtwarenläden entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts zahlreiche weitere Ladentypen wie Fleischereien, Apotheken, Modegeschäfte und Gewürzhandlungen. Spielzeugkaufläden waren naturgetreue, wenn auch geschönte Nachbildungen der realen Kaufläden. Zum Zentrum für deren Herstellung entwickelten sich Nürnberg und das Erzgebirge. Mit dem Einsetzen der industriellen Produktion konnten die Spielzeugläden standardisiert und preiswert in grosser Zahl hergestellt werden. Deutschland exportierte seine Kaufläden in alle Welt. 

Die reich ausgestatteten Spielzeugkaufläden konnten sich lange nur wohlhabende Familien leisten und sie wurden als besondere Attraktion oft nur zur Weihnachtszeit hervorgeholt. Mit den Kaufläden wurden vor allem in der bürgerlichen Gesellschaft auch erzieherische Absichten verfolgt. Ernsthaft und doch spielerisch sollten Knaben und Mädchen die Arbeitswelt der Erwachsenen erproben und dabei das Verkaufen und Einkaufen üben. Knaben wurden so auf die Berufswelt vorbereitet und Mädchen erlernten die Rolle der zukünftigen Hausfrau.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen Spielzeugfabriken Kaufläden mit bekannten Markenprodukten im Warensortiment zu vertreiben. Aufwändige und verführerische Verpackungen füllten die Regale. Schon früh hielt damit die Werbung Einzug ins Kinderzimmer. In der bunten Spielzeug-Warenwelt widerspiegelte sich nicht nur der jeweilige Zeitgeist, sondern auch die veränderten Konsumbedingungen. Seit den 1970er Jahren verdrängen Supermärkte und Kaufhäuser die Gemischtwarenläden. Auch in der Spielzeugwelt kamen die Kaufläden aus der Mode.

Die Sonderausstellung zeigt eine Auswahl von über 60 historischen Kaufläden, die meisten mit originalgetreuen Produkten und Zubehör reich ausgestattet. Sie spiegeln die Entwicklung dieses Spielzeugs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre.

Ermöglicht wurde die Sonderausstellung dank der grosszügigen Leihgabe der Sammlerin Frieda Wick aus Teufen. Mit grosser Sorgfalt und Leidenschaft sammelt sie nicht nur Kaufläden, sondern restauriert, pflegt und stattet sie auch aus.

In der Ausstellung gibt es nicht nur, aber vor allem auch für Kinder Vieles zu entdecken. In einer speziell für sie eingerichteten Ecke darf gemalt und gebastelt und selbstverständlich vechäufeled werden.

Ausstellungsflyer

Poster mit diversen Flaschen aus Spielzeugladen und originaler Goba-Flasche
Blick in die Ausstellung: Ladentheke aus dem Lädeli von Emma Signer, Steinegg
Blick in die Ausstellung: Kinderecke
Spielwarengeschäft, Moritz Gottschalk, 1894