wunderschönprächtig

Glaubenssachen des Alltags

22. November 2014 — 25. Mai 2015

Andachtsbildchen, Gebetsbücher, Rosenkränze, Kruzifixe oder ganze Versehgarnituren sind häufige Geschenke an das Museum Appenzell. Oft kommen sie bei Räumungen zum Vorschein oder passen nicht mehr so richtig zur modernen Stuben- und Schlafzimmereinrichtung. Andachtsgegenstände jedoch im Brockenhaus oder gar im Kehricht zu entsorgen bereitet Unbehagen und so finden sie den Weg ins Museum. Das Museum seinerseits reinigt und konserviert sie sowie gruppiert, klassifiziert und vergleicht sie. Was so wieder ans Licht und vor unsere staunenden Augen gelangt, hat das Prädikat «wunderschönprächtig» vollauf verdient.

Gegenstände und Bilder des Glaubens nehmen in jeder Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Sie vermögen religiöse, oft abstrakte Vorstellungen und existentielle Sinnfragen anschaulich darzustellen. Glaubensdinge machen religiöses Empfinden auf sinnliche Weise sichtbar und greifbar.

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Andachtsgegenstände im katholisch geprägten Appenzell Innerrhoden eine grosse Rolle. Dabei wurden sie im Alltag auf vielfältigste Weise genutzt. Sakrale Objekte brachten Schutz, Heil und Segen. Dinge des Glaubens erinnerten an wichtige Ereignisse im Lebenslauf wie Taufe, Hochzeit und Tod. Sie dienten der häuslichen Andacht und Erbauung und waren materielle Zeugen für gelebte Frömmigkeit. Gleichzeitig waren religiöse Objekte immer auch dekorativer Hausschmuck. Kästchen und Andenken präsentierten sich in besonders prächtiger Ausstaffierung und der reich geschmückte Herrgottswinkel war ein zentraler Blickfang in der Wohnstube. 

Dem Menschen von heute mag diese Glaubenskultur fremd geworden sein und Sinn und Zweck der verschiedenen Objekte sind nur noch vage bekannt. Die eindringliche Symbolik und ästhetische Qualität vergangener Glaubensdinge üben aber nach wie vor eine starke Anziehungskraft aus. Das Bedürfnis früherer Generationen, den Glauben mit besonders schönen und aufwändig gearbeiteten Dingen zu gestalten, beeindruckt und fasziniert gleichermassen. 

Das Museum Appenzell sammelt seit über 100 Jahren Gegenstände und Bilder des Glaubens und der Volksfrömmigkeit. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch diese umfangreiche Sammlung. Im Mittelpunkt stehen Glaubensdinge aus dem häuslichen Bereich. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten dreier zeitgenössischer Künstlerinnen. Margaretha Dubach, Vera Marke und Marlis Pekarek haben - jede auf ihre Art - intensiv mit Gegenständen der Volksfrömmigkeit gearbeitet.

Ausstellungsflyer

Reliquie, 1738
Versehgarnitur, 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Andachtsbildchen, Gebetsbücher, Rosenkränze, Kruzifixe oder ganze Versehgarnituren sind häufige Geschenke an das Museum Appenzell. Oft kommen sie bei Räumungen zum Vorschein oder passen nicht mehr so richtig zur modernen Stuben- und Schlafzimmereinrichtung. Andachtsgegenstände jedoch im Brockenhaus oder gar im Kehricht zu entsorgen bereitet Unbehagen und so finden sie den Weg ins Museum. Das Museum seinerseits reinigt und konserviert sie sowie gruppiert, klassifiziert und vergleicht sie. Was so wieder ans Licht und vor unsere staunenden Augen gelangt, hat das Prädikat «wunderschönprächtig» vollauf verdient.

Gegenstände und Bilder des Glaubens nehmen in jeder Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Sie vermögen religiöse, oft abstrakte Vorstellungen und existentielle Sinnfragen anschaulich darzustellen. Glaubensdinge machen religiöses Empfinden auf sinnliche Weise sichtbar und greifbar.

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Andachtsgegenstände im katholisch geprägten Appenzell Innerrhoden eine grosse Rolle. Dabei wurden sie im Alltag auf vielfältigste Weise genutzt. Sakrale Objekte brachten Schutz, Heil und Segen. Dinge des Glaubens erinnerten an wichtige Ereignisse im Lebenslauf wie Taufe, Hochzeit und Tod. Sie dienten der häuslichen Andacht und Erbauung und waren materielle Zeugen für gelebte Frömmigkeit. Gleichzeitig waren religiöse Objekte immer auch dekorativer Hausschmuck. Kästchen und Andenken präsentierten sich in besonders prächtiger Ausstaffierung und der reich geschmückte Herrgottswinkel war ein zentraler Blickfang in der Wohnstube. 

Dem Menschen von heute mag diese Glaubenskultur fremd geworden sein und Sinn und Zweck der verschiedenen Objekte sind nur noch vage bekannt. Die eindringliche Symbolik und ästhetische Qualität vergangener Glaubensdinge üben aber nach wie vor eine starke Anziehungskraft aus. Das Bedürfnis früherer Generationen, den Glauben mit besonders schönen und aufwändig gearbeiteten Dingen zu gestalten, beeindruckt und fasziniert gleichermassen. 

Das Museum Appenzell sammelt seit über 100 Jahren Gegenstände und Bilder des Glaubens und der Volksfrömmigkeit. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch diese umfangreiche Sammlung. Im Mittelpunkt stehen Glaubensdinge aus dem häuslichen Bereich. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten dreier zeitgenössischer Künstlerinnen. Margaretha Dubach, Vera Marke und Marlis Pekarek haben - jede auf ihre Art - intensiv mit Gegenständen der Volksfrömmigkeit gearbeitet.

Ausstellungsflyer

Blick in die Ausstellung: Madonnen vor Rosenkranzhimmel
Totenandenken für ein Kind, 1862
Fatschenkind, Klosterarbeit, um 1920
Blick in die Ausstellung: Kinderbett mit Schutzzeichen (u.a. Tüüfelsjageli)
Blick in die Ausstellung: Gebetsbücher
Blick in die Ausstellung: diverse Wallfahrtsandenken
Blick in die Ausstellung: Herrgottswinkel und Kruzifixe
Madonnen aus Seife mit Rosenduft, Marlies Pekarek