Johann Hautle

Bauernmaler

3. Juni 2015 — 1. November 2015

Johann Hautle ist Bauer auf seiner sonnseits hoch über Gonten gelegenen Heimat Chutterenegg. Den Sommer verbringt er seit vierzig Jahren als Senn mit seinem Vieh auf der Meglisalp. In seinen seltenen freien Stunden malt er die Landschaft, in der er lebt, die Tiere, die ihm als Bauer anvertraut sind, und die Arbeit, s Puure ond Senne, die er tagtäglich verrichtet. Trotz dieser zeitlichen Beschränkung ist im Laufe von rund 50 Jahren ein beachtliches Werk zusammen gekommen – eines, das sich sehen lässt und einzig ist in seiner kraftvollen Art.

Hautle malt in der Tradition des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Seine grossen Vorbilder sind die zwei «Klassiker» der Innerrhoder Bauernmalerei, Franz Anton Haim (1830–1890) und Johann Baptist Zeller (1877–1959), die beide auch als Kleinbauern tätig waren.

Hautle malt, wie er lebt und arbeitet – oder umgekehrt, er lebt und arbeitet, wie er malt: Archaisch – eins mit der Landschaft, seiner Alp und seinen Tieren. Der Traktor, der Suzuki oder die Melkmaschine erleichtern ihm zwar seine Arbeit, verändern konnten sie jedoch sein Puure ond Senne nicht. Dieses stammt aus einer Zeit, als es noch keine Maschinen gab. Wenn es regnet, stürmt und schneit, arbeiten Bauern wie er nicht auf dem Feld. Wo nicht gearbeitet wird, gibt es auch nichts zu malen: Regen- oder Schneesturmbilder sucht man deshalb bei Hautle vergebens. Im Gegensatz zu Haim und Zeller kauft Hautle die Rahmen heutzutage im Brockenhaus. Seine Bildformate sind deshalb sehr variantenreich. Das grösste Bild hat die stattlichen Masse 103 x 138 cm. Wie seine Vorbilder malt er jedoch die Passepartouts selber und ergänzt diese zusätzlich mit originellen Girlanden; signiert werden die Werke mit altertümlichen Fraktur-Lettern.

Die Landschaft, sein Leben und die Bilder, die daraus entstehen, sind im Einklang mit der Natur. Es ist der Reichtum an Farbnuancen, der jedes Bild eine neue Geschichte erzählen lässt. Monica Dörig beschrieb Hautles Farbenspiel im Appenzeller Volksfreund wie folgt: «Was für Himmel prangen da über dem grandiosen Bergpanorama! Türkis oder Vergissmeinnichtblau, mit einem rosigen Hauch Morgenrot oder mit gelblichen Gewitterschlieren. (…) Die Hügel bedeckt er mit frühlingszartem Grün, bespannt sie mit dunkelgrünem Samt oder maseriert sie in herbstlichem Grünbraun. Und mit allen Tönen dazwischen komponiert Hautle das Land, das er liebt.»

Hautle kann in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern. Grund genug, ihm im Museum Appenzell eine Ausstellung zu widmen – die erste in seinem Heimatkanton. In der Ausstellung sind rund 80 Bilder aus Hautles ganzer Schaffenszeit zu sehen. Einige davon können käuflich erworben werden.

Ausstellungsflyer

Johann Hautle, Meglisalp, 2007
Johann Hautle zwischen seinen Bildern, Foto: Marcel Nöcker, Zürich

Johann Hautle ist Bauer auf seiner sonnseits hoch über Gonten gelegenen Heimat Chutterenegg. Den Sommer verbringt er seit vierzig Jahren als Senn mit seinem Vieh auf der Meglisalp. In seinen seltenen freien Stunden malt er die Landschaft, in der er lebt, die Tiere, die ihm als Bauer anvertraut sind, und die Arbeit, s Puure ond Senne, die er tagtäglich verrichtet. Trotz dieser zeitlichen Beschränkung ist im Laufe von rund 50 Jahren ein beachtliches Werk zusammen gekommen – eines, das sich sehen lässt und einzig ist in seiner kraftvollen Art.

Hautle malt in der Tradition des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Seine grossen Vorbilder sind die zwei «Klassiker» der Innerrhoder Bauernmalerei, Franz Anton Haim (1830–1890) und Johann Baptist Zeller (1877–1959), die beide auch als Kleinbauern tätig waren.

Hautle malt, wie er lebt und arbeitet – oder umgekehrt, er lebt und arbeitet, wie er malt: Archaisch – eins mit der Landschaft, seiner Alp und seinen Tieren. Der Traktor, der Suzuki oder die Melkmaschine erleichtern ihm zwar seine Arbeit, verändern konnten sie jedoch sein Puure ond Senne nicht. Dieses stammt aus einer Zeit, als es noch keine Maschinen gab. Wenn es regnet, stürmt und schneit, arbeiten Bauern wie er nicht auf dem Feld. Wo nicht gearbeitet wird, gibt es auch nichts zu malen: Regen- oder Schneesturmbilder sucht man deshalb bei Hautle vergebens. Im Gegensatz zu Haim und Zeller kauft Hautle die Rahmen heutzutage im Brockenhaus. Seine Bildformate sind deshalb sehr variantenreich. Das grösste Bild hat die stattlichen Masse 103 x 138 cm. Wie seine Vorbilder malt er jedoch die Passepartouts selber und ergänzt diese zusätzlich mit originellen Girlanden; signiert werden die Werke mit altertümlichen Fraktur-Lettern.

Die Landschaft, sein Leben und die Bilder, die daraus entstehen, sind im Einklang mit der Natur. Es ist der Reichtum an Farbnuancen, der jedes Bild eine neue Geschichte erzählen lässt. Monica Dörig beschrieb Hautles Farbenspiel im Appenzeller Volksfreund wie folgt: «Was für Himmel prangen da über dem grandiosen Bergpanorama! Türkis oder Vergissmeinnichtblau, mit einem rosigen Hauch Morgenrot oder mit gelblichen Gewitterschlieren. (…) Die Hügel bedeckt er mit frühlingszartem Grün, bespannt sie mit dunkelgrünem Samt oder maseriert sie in herbstlichem Grünbraun. Und mit allen Tönen dazwischen komponiert Hautle das Land, das er liebt.»

Hautle kann in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern. Grund genug, ihm im Museum Appenzell eine Ausstellung zu widmen – die erste in seinem Heimatkanton. In der Ausstellung sind rund 80 Bilder aus Hautles ganzer Schaffenszeit zu sehen. Einige davon können käuflich erworben werden.

Ausstellungsflyer

Johann Hautle, ohne Titel, 2015
Johann Hautle beim Malen auf der Chutterenegg, Foto: Marcel Nöcker, Zürich
Blick in die Ausstellung
Johann Hautle, Foto: Marcel Nöcker, Zürich
Begleitveranstaltung: Besuch bei Johann Hautle in seinem Atelier auf der Meglisalp, 2015
Johann Hautle, Bauernleben, 2001
Johann Hautle auf der Chutterenegg, Foto: Ernst Hohl, Urnäsch/Zürich
Begleitveranstaltung: Besuch bei Johann Hautle in seinem Atelier auf der Meglisalp, 2015