Fotografien aus drei Jahrhunderten

Appenzellerin, Ansichtskarte, um 1920
Ehepaar mit Kindern im Fotostudio, Foto: Jakob Müller, um 1905

Das Museum Appenzell besitzt neben der Objektsammlung eine umfangreiche Sammlung an Fotonegativen und Abzügen. Diese qualitativ hochstehende Fotosammlung ist sowohl in wissenschaftlicher als auch in ästhetischer Hinsicht ein grosser Gewinn.

Bei thematischen Sonderausstellungen wird die Fotosammlung jeweils gründlich befragt. Themen wie «Weihnachtsbräuche», «Bergrettung», «Die Appenzeller Ziege» oder «Schürzen» konnten so mit Fotos aus den museumseigenen Beständen ergänzt werden. Die Kombination von Objekt und Fotografie schafft einen differenzierten Blick auf die vergangene sowie auf die unmittelbare Lebenswelt.

Dank dieser Ausstellungspraxis wird die Fotosammlung regelmässig und immer wieder unter neuen Aspekten dem Publikum zugänglich gemacht. Die Bemühungen des Museums, die Öffentlichkeit für das fotografische Kulturerbe zu sensibilisieren und zu begeistern, finden so eine erfolgreiche Umsetzung.


Wichtige Fotonachlässe

Jakob (1843–1917) und Egon (1885–1950) Müller sowie deren Nachfolger Werner Bachmann (1905–1990): Neben klassischen Porträtaufnahmen im Atelier enthält der Bestand eindrückliche Aussenaufnahmen von Ereignissen oder Personen und gibt überraschende Einblicke in den ländlichen Alltag der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Emil Grubenmann (1906–1979): Wo es zwischen 1950 und 1979 etwas zu fotografieren gab, war Grubenmann mit seiner Kamera zur Stelle. Kein Naturereignis, keine grössere Baustelle, kein neuer Kehrichtwagen, die nicht fotografisch festgehalten worden wären. Aber auch für alltägliche Szenen wie die Arbeitspausen der spanischen Gastarbeiterinnen oder den Verkehrsunterricht durch den Polizisten hatte er ein waches Auge.

Daneben haben auch kleinere Fotobestände von Fotografinnen und Fotografen wie Marga Steinmann (1895–1983), Clemens Schildknecht (1899–1966), Emil Zeller (1931–2008), Martin Rosswog (1950), Emil Grubenmann jun. (1948), Mäddel Fuchs (1951), Ueli Alder (1976), Peter Maurer (1963) u.a. den Weg ins Museum gefunden.

Ansichtskarten liefern oft die frühesten Aufnahmen von Appenzell Innerrhoden wie Landschaften und Berge, Dörfer und Strassenzüge oder einzelne Häuser samt Bewohnerschaft und Tierbestand. Sie sind damit eine oft unterschätzte volkskundliche und historische Quelle.

Das Museum Appenzell arbeitet intensiv am weiteren Aufbau seiner Fotosammlung. Insbesondere der Bereich der privaten Fotografie wächst in den letzten Jahren dank Schenkungen stark. So konnten in den vergangenen Jahren neben vielen Einzelfotos eine grosse Anzahl von privaten Fotoalben gesichert und inventarisiert werden.

Appenzellerin, Ansichtskarte, um 1920
Ehepaar mit Kindern im Fotostudio, Foto: Jakob Müller, um 1905
Brotverkauf (Filebrood) für Chlausezüüg, Foto: Emil Grubenmann sen., um 1960
Ziegelfuhrwerk an der Gaiserstrasse in Appenzell, Ansichtskarte, um 1930
Jahrmarkt, Foto: Werner Bachmann, um 1950
Am Seealpsee, Foto: Emil Grubenmann sen., um 1960
Kind und Katze, Foto: Marga Steinmann, um 1940
Verkehrsunterricht, Foto: Emil Grubenmann sen., um 1955
Mädchen mit Bläss, Foto: Emil Grubenmann sen., um 1970
Sennen auf der Alp, Privatfoto, um 1940
Bschöttimänner bim Veschluuche auf Guggeien, Foto: Peter Maurer, 1998
Schaufenster, Foto: Werner Bachmann, um 1940
Schlafzimmer in einem Appenzeller Bauernhaus, Foto: Martin Rosswog, 2008
Gastarbeiter, Foto: Jakob Müller, um 1905
Schloss in Appenzell und Seealpsee, Ansichtskarte, um 1910
Mann mit Appenzeller Sennenhund, Foto: Egon Müller, um 1920