Geflickt!

Vom Wiederherstellen und Reparieren

12. März 2022 — 1. November 2022

Flicken ist uns allen vertraut – hier eine kaputte Stelle, da ein eingerissenes Papier, eine fehlende Schraube, eine aufgegangene Naht oder ein loser Knopf. Es gibt immer etwas, das möglichst schnell und unkompliziert wieder in Ordnung gebracht werden muss. Flicken und Reparieren gehören zum Alltag. Vom provisorischen Notbehelf bis zur professionellen Reparatur, die Bandbreite der Wiederherstellungsarbeiten ist gross, das Flickwerk oft einfallsreich.

Flicken und Reparieren waren einst die Regel und nicht die Ausnahme. Geflickt wurde nahezu alles: Schuhe, Körbe und Teller, Werkzeuge, Textilien und Geräte. Das Beherrschen verschiedener Flicktechniken und Kniffe war eine existenzielle Notwendigkeit, nicht nur für ärmere Bevölkerungsschichten. Es gab wenig Möglichkeiten, auf immer wieder andere oder neue Dinge auszuweichen. Oberstes Gebot war, das Leben der Gebrauchsgüter zu verlängern, bis sie endgültig ausgedient hatten.

Alltägliche Ausbesserungsarbeiten im Haushalt liessen sich oft selbst tätigen. Frauen, traditionell für Kleidung und Wäsche zuständig, wurden zudem angehalten, kleinste Löcher und eingerissene Stellen sofort und sorgfältig zu flicken. Schäden an bäuerlichen Gerätschaften wurden je nach Fähigkeit im eigenen Betrieb behoben, komplexere Reparaturen dagegen übernahmen meistens Handwerker.

Geflickte und reparierte Dinge sind aussagekräftige, oft wenig beachtete Sachzeugen. Sie erzählen von Not und Mangel, aber auch von kreativen Lösungen und handwerklichem Geschick. Sie verweisen nachdrücklich auf den Wert der Dinge an und für sich und lassen die Bindung zu einem über die Jahre liebgewordenen Objekt erahnen. Letztlich berühren geflickte Dinge gerade wegen ihrer Beschädigungen, als sichtbare Zeichen für die tagtäglichen Herausforderungen.

Das Museum Appenzell präsentiert ein breites Spektrum an geflickten Dingen, zumeist aus der eigenen Sammlung. Diese zeigen, mit welchem Können und mit wie viel Improvisation Frauen und Männer an die Flickarbeit gingen. Ergänzend gibt eine Auswahl von Filmen der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, entstanden zwischen 1958 und 1972, Einblick in verschiedene alte Handwerkstechniken.

Ausstellungsflyer mit Begleitprogramm

Flicksocke, 1942
Christbaumständer mit Draht geflickt, 1930er-Jahre

Flicken ist uns allen vertraut – hier eine kaputte Stelle, da ein eingerissenes Papier, eine fehlende Schraube, eine aufgegangene Naht oder ein loser Knopf. Es gibt immer etwas, das möglichst schnell und unkompliziert wieder in Ordnung gebracht werden muss. Flicken und Reparieren gehören zum Alltag. Vom provisorischen Notbehelf bis zur professionellen Reparatur, die Bandbreite der Wiederherstellungsarbeiten ist gross, das Flickwerk oft einfallsreich.

Flicken und Reparieren waren einst die Regel und nicht die Ausnahme. Geflickt wurde nahezu alles: Schuhe, Körbe und Teller, Werkzeuge, Textilien und Geräte. Das Beherrschen verschiedener Flicktechniken und Kniffe war eine existenzielle Notwendigkeit, nicht nur für ärmere Bevölkerungsschichten. Es gab wenig Möglichkeiten, auf immer wieder andere oder neue Dinge auszuweichen. Oberstes Gebot war, das Leben der Gebrauchsgüter zu verlängern, bis sie endgültig ausgedient hatten.

Alltägliche Ausbesserungsarbeiten im Haushalt liessen sich oft selbst tätigen. Frauen, traditionell für Kleidung und Wäsche zuständig, wurden zudem angehalten, kleinste Löcher und eingerissene Stellen sofort und sorgfältig zu flicken. Schäden an bäuerlichen Gerätschaften wurden je nach Fähigkeit im eigenen Betrieb behoben, komplexere Reparaturen dagegen übernahmen meistens Handwerker.

Geflickte und reparierte Dinge sind aussagekräftige, oft wenig beachtete Sachzeugen. Sie erzählen von Not und Mangel, aber auch von kreativen Lösungen und handwerklichem Geschick. Sie verweisen nachdrücklich auf den Wert der Dinge an und für sich und lassen die Bindung zu einem über die Jahre liebgewordenen Objekt erahnen. Letztlich berühren geflickte Dinge gerade wegen ihrer Beschädigungen, als sichtbare Zeichen für die tagtäglichen Herausforderungen.

Das Museum Appenzell präsentiert ein breites Spektrum an geflickten Dingen, zumeist aus der eigenen Sammlung. Diese zeigen, mit welchem Können und mit wie viel Improvisation Frauen und Männer an die Flickarbeit gingen. Ergänzend gibt eine Auswahl von Filmen der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, entstanden zwischen 1958 und 1972, Einblick in verschiedene alte Handwerkstechniken.

Ausstellungsflyer mit Begleitprogramm

Sense wetzen, Foto: Emil Grubenmann sen., 1960er-Jahre
Blick in die Ausstellung
Geflickter Schopf, Foto: Thomas Karrer, 2021
Gertel mit geflicktem Griff, 1920er-Jahre
Veloflickzeug, 1960er-Jahre
Geklammerte Rahmschaufel, 1910er-Jahre
Blick in die Ausstellung
Schuhmacher in Werkstatt, Foto: unbekannt, 1940er-Jahre
Handarbeitsordner, 1950er-Jahre
Blick in die Ausstellung
Trinkflasche mit Ersatzhenkel, 1960er-Jahre
Koffer mit aufgenähtem Flick, 1950er-Jahre
Inserat aus dem Appenzeller Volksfreund, 1890